Latest Story

Wasserstimmung Herbst 2011

21. Oktober 2011
By

Herbst 2011

|.| Wasserstimmung Herbst 2011 :| |

So kann er aussehen, der Herbst 2011.

“Was hast Du gestern wieder gemacht?” “Nichts aufregendes, aber etwas durchaus reizvolles. Der Volksmund spricht vom Schönen im Kleinen.” Da hat er wohl recht, der Heinz Volksmund.

Auf unseren sonntäglichen Streifzügen mit der Kamera durch das herbstliche Köpenick entdecken wir immer wieder versteckte Orte, die wohl selbst ein Hauptmann nicht kennt. Das viele Maschieren ist ja auch sehr herausfordernd und anstrengend, aber eben oft betrüblich für den Blick. Das geht uns ja allen so, das tägliche Maschieren und Befehle verstehen. Ob mit Uniform oder mit Jeans von Lagerfeld. Da ist keine Zeit für Stille und verträumte Augenblicke. Tja, die werden wohl allzuoft von uns im täglichen Geströme zu den wirklich wichtigen Terminen übersehen und nicht wahrgenommen werden. Wahrscheinlich ist deswegen die Lüge unser alltäglicher Begleiter geworden. Ob von Medien, Journalisten oder Politiker ist doch völlig gleich, die Lügen sind alle gleich.

Aber dafür sind ja wir da, wir, die Knipser und Fotosafaristen und Künstler, immer auf der Suche nach – dem Bild, der Stimmung, nach dem Absoluten, dem Licht und der Erleuchtung, welche uns den ganz großen Blick und Horizont eröffnet. Doch was dann, der Blick hat tatsächlich verstanden, was machen wir dann mit dem Großen und Ganzen, mit der Erkenntnis aus Schönheit? Richtig, maschieren. Ganz gleich ob am Hindukusch oder in Grünau.

Der Mensch muss halt erst ein Tier werden, um zum Humanen zu finden. Das nannten wir früher den March durch die Instanzen. Und ich ahne mit Befürchtung, dass wird wohl noch einiges Wasser der Dahme in die Spree fliessen, bist er die Lebensfreunde, die Kraft und Intelligenz einer Kohlmeise erreicht.

nachlese 7. köpenicker winzerfest

2. Mai 2011
By

Jürgen Hilbert als Hauptmann von Köpenick

Hauptmanns Durst

Schlemmerwochenende in Alt-Köpenick

Auch ein Hauptmann bekommt mal einen trockenen Hals. Vor allem, wenn dieser berühmte Hauptmannsdarsteller am Samstagnachmittag auf dem 7. Köpenicker Winzerfest in der Altstadt Köpenick ein gradioses Alt-Berliner Sangesspektakel vor einem begeisterten Publikum aufgeführt hat.
Der Schauspieler Jürgen Hilbrecht unterhielt und zeigte in seiner Paraderolle singend, rezitierend und mit kleinen Geschichten garniert als Hauptmann von Cöpenick dem zahlreichen Publikum aus nah und fern sein ganzes Können als Gaukler.

Blick in die Grünstrasse

Blick in die Grünstrasse

Vom 29. April bis 01. Mai 2011 feierte Köpenick, organisiert von der IG Altstadt, ihr 7. Winzerfest. 34 Winzer aus den deutschen Weinanbau-Gebieten und dem Gastland Österreich boten ihre Weine mit vielfältigen kulinarische Spezereien den zahlreichen Besuchern an. Für den kleinen und großen Hunger war also ausreichend gesorgt.

Spezialitätenstände, Schmuck und Kunstgewerbe konnten in der Grünstrasse bewundert und bestaunt werden. Maler, Fellhändler, Bäcker, Bildhauer zeigten ihre Waren und Werke den staunenden Besuchern. Ja selbst handgemachter, magnetisierter Schmuck wurde angeboten. Als scheuer Computerarbeiter habe ich aber wegen meines Hanges zur Datensicherheit um diesen Stand einen großen Bogen gemacht. Denn was nützt mir die ganze Durchblutung durch Magnetismus, wenn meine Daten über Magnet in den Cyberspace verschwinden.

Wasserball

Wasserball

Selbstverständlich wurden die ganz kleinen Besucher auch nicht vergessen. Neben Kleinkindern mit riesigen Bratwürsten in ihren achsokleinen Händchen, waren Angebote wie Trampolin in Kombination mit Seilspringen, Wasserlaufen im Pool in transparenten Ballons und ein kleines Riesenrad unvergessene Attraktionen.

Für professionelle Unterhaltung war auf 4 Bühnen gesorgt. Fans 100%iger Country und Westernmusik kamen ebenso auf ihre Kosten wie die Freunde der Klassik und Unterhaltungsmusik. Die Liebhaber anspruchsvoller Blasmusik, vertreten durch das Blasorchester Köpenick, wurden im Hof des Schlosses Köpenick beglückt. Wer leider dieses Jahr nicht zu hören und zu sehen war, waren die echten Apache-Indianer mit ihrer traditionellen Musik und Tänzen.

Blasorchester Köpenick

Blasorchester Köpenick

Diejenigen, welche an einem der drei sonnigen Tage die Altstadt Köpenick besucht haben, sind sicher mit erlebnisreichen Eindrücken und geschrumpfter Geldbörse wieder in die Heimat zurückgekehrt. Und wohl andertags mit dem einen oder anderen Haustier aufgewacht.

Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr.

selbstauskunft mit boot

24. März 2011
By

Selbstauskunft mit Boot

Selbstauskunft mit Boot


Hans-Georg Wagner in der GG

Was ist das? Eine Bootsausstellung in einer Galerie? Nein. Die kleine, aber feine Alt-Köpenicker Galerie Grünstrasse (GG) zeigt zum 25. Berufsjubiläum von Hans-Georg Wagner, seines Zeichens Künstler, Bildhauer, Maler und Grafiker aus Havelberg und Cottbus, dessen aussergewöhnliche Skulpturen und Grafiken.

Wie immer arbeitet das collegium artis e. V. mit dem Bezirksamt Treptow/Köpenick/Kulturamt zusammen. Und wieder einmal ist den Machern der GG eine sehenswerte Ausstellung gelungen. An dieser Stelle sei erwähnt, dass die GG die Ausstellung zu Gunsten der Berliner, und insbesondere der Köpenicker Kunstfreunde mit tatkräftiger Unterstützung der DEGEWO, der Elektro Baar Gmbh sowie print 1 verwirklicht hat.

Zur Eröffnung am Donnerstag, dem 17.03.2011, sprach Frau Dr. Karla Bilang, Kunstwissenschaftlerin einen langen, aber nicht langweiligen Vortrag über den Werdegang und die Kunst von Hans-Georg Wagner.

Peter Wagner

Peter Wagner

Anschliessend zeigte Sohn Peter Wagner klanglich beeindruckend, dass der Apfel nicht weit vom Stamm fällt. Seine herausragend improvisierte musikalische Einlage mit E-Gitarre führte den Beweis, wie sich künstlerisches Talent in den Genen fortpflanzt.

Die Kunst von Hans-Georg Wagner lebt vom Hinschauen und sich verführen lassen. Seine Werke aus Holz und Papier vermitteln auch ohne eigenes Kunststudium jene Kraft, welches ein Kunstwerk besitzen sollte, wenn es als solches bezeichnet werden will.

Eine kleine Reise in die Welten der Wagners lohnt sich in diesem Fall auch für Kunstinteressierte, die nicht gerade in Köpenick leben.

Am 13.04.2011 um 19:00 Uhr wird die Möglichkeit geboten, den Künstler in Natura zu erleben. Hans-Georg Wagner liest aus eigenen Texten und zeigt Videoaufnahmen seiner Kanuperformances. In diesem Sinne kommen auch diejenigen auf ihre Kosten, die lieber in ein Bootsausstellung gehen würden. Denn sein ausgestelltes, natürlich selbstgebautes Kanu dürfte jeden begeistern, der Wasser im Hut hat.

Also Kunstinteressierte und Bootsbauer, nichts wie los und ab in die GG nach Alt-Köpenick.

Hans-Georg Wagner noch bis zum 21.04.2011, GG

Ausstellung vom 18.03.2011 bis 21.04.2011

Galerie Grünstraße – collegium artis e. V.
Grünstraße 16
D-12555 Berlin
Fon 030.4320 9292|Fax 030.4320 9293
Di-Fr 13-19Uhr|Sa 10-14 Uhr
Bus 164, 167|Tram 27, 60, 61, 62, 67, 68
(Schloßplatz oder Rathaus Köpenick)
S-Bahn Köpenick oder Spindlerfeld

die wüste

17. Februar 2011
By

Ein ödes Gedicht über die Wüste

Die Wüste

Die Wüste


die Wüste

Mit diesem kurzen, surrealen Gedicht beenden wir die sicher nicht vollständige Reihe über und mit den frühen wörtlichen Arbeiten des heutigen Berliner DCC-Artist Loop Dundee. Diese skurilen Geschichten und Gedichte waren wichtige Bestandteile der frühen, professionellen Schaffensperiode der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts.

Jene Jahre waren gepägt durch Brüche jeglicher Art, Umbrüche, Ausbrüche, Abbrüche. Die alten, festgefahrenen Systeme klammerten sich förmlich an die Befreiung. Der konsequente Bruch mit der mittelalterlichen Lebensweise und muffigen Welt des vom schlesischen Katholizismus geprägten Systems und Klimas in den Familien und Arbeitsstätten Westdeutschlands, sollte sich schwerer herausstellen, als zunächst angenommen.

Die notwendige Radikalität in der Veränderung der Lebens- und Sichtweise Krenziens zog auch Verleugnung und Ausgrenzung, dass Ausstoßen durch die eigene Familie nachsich. Der komplette Umzug nach Berlin war für die Hinterbliebenen so etwas wie Verrat an der von ihnen selbstbestimmten Kaste und deren Standesbewußtsein. “Die Familie verlässt man nicht!”

Aber die eigentlichen Schwierigkeiten wurden durch das Ziehen des Mittelloses gekennzeichnet. Diese Tatsache bestimmte dann auch den jeweiligen Bestand an verfügbaren Materialien, und dadurch bedingt natürlich die Schnelligkeit und Richtung des künstlerischen Werdeganges maßgeblich.

Die meisten Selfmade-Künstler kämpften mit diesem Problem, denn wer nicht das Protektorat von etablierten Professoren und Galeristen sein Eigen nennen konnte, war auf die wenigen finanziellen Hilfen von Freunden und wohlwollenden Bekannten angewiesen. Materialien wie Farben waren teuer, zumal die Mengen schnell über die Dimensionen eines Tuschkasten hinausgingen. Dazu kamen profane Hindernisse wie die Größe des Ateliers oder die Kosten für die Miete.

Allerdings genauso folgenreich wie der Bruch mit der alt hergebrachten Familie, war die Tatsache, dass die neue Familie genauso sich zur Wehr setzte, die Ausgestoßenen bei sich aufzunehmen. Denn Kastensysteme gleich welchen Standes, sind insich systemkonform.

Rückblickend sei an dieser Stelle erwähnt, dass nach dem Durchsehen der wenigen noch vorhandenen schriftlichen originalen Aufzeichnungen sich deutlich herausstellte, dass sich erst durch die Kombination der Gedichte und kurzen Geschichten mit den bildnerischen und musikalischen Werken jener Zeit sein damaliges Frühwerk in ihrem eigentlichen Sinn erschliessen lässt.

Denn in den Darstellungen seiner surrealen Gedichte und Geschichten finden sich deren Strukturen in den Zeichnungen und Malereien genauso wieder wie in den tonalen Strukturen seiner frühen elektronischen Kompositionen mit analogen Synthesizer.

Mehr über diesen aussergewöhnlichen Künstler unter : Stations by the Way

die wüste

schneekristalle liegen auf dem heißen wüstensand
die unfruchtbarkeit im ursprung
materie reine materie und nichts als materie
der pure und unfassbare wahnsinn unter schnee
die traumtänzer schweben durch das rot des himmels
vorboten der hölle
eine nie da gewesene, phantastische phantasie
brutal und doch faszinierend einmalig
feenhafte kreaturen flimmern insektenhaft am horizont
vom ostwind begleitet von der kälte getriebene schärfe
über dem abgrund ein schwebender ast
an einer feinen wurzel hängend
der seidene faden
die dämonen der finsternis kämpfen gegen das licht
welches sich unaufhaltsam über den schnee legt
darunter der heiße wüstensand
brodelnd wartenend auf den aufbruch des unerforschten
zellengleiche langsame organismen der lebendigkeit
vorboten der vergängnis des untergangs
und doch die realität der fäulnis der geburt des todes
die kristalle des lebens unter dem schnee
begraben wartend auf die mutation
die erschaffung neuen lebens
somit die vergänglichkeit
als sinn des ewigen todes
die geburt der immer glühenden phantasie
ursprung allen lebens
schneekristalle liegen auf dem heißen wüstensand

Jürgen Rüdiger Krenzien, 1985

schonzeit – ein nebeliger Tag

16. Februar 2011
By

Ein kleine, aber schreckliche Geschichte

Schonzeit

Schonzeit

Schonzeit

Er spuckte mir vor die Füße. Nichts ahnend, dass er mir damit einen Jugendtraum erfüllte. Mir machte es wirklich nichts aus. Ich war es gewohnt, dass man mir mit Respekt den Hof machte. Lieber seine Feinde schätzen, als von Freunden verraten.

Der Hof war heute sauberer als sonst. Deshalb war das ekelige Gespeie nicht gleich für jedermann zu erkennen. Diese Erkenntnis beinhaltete einige Tücken. Ich zog mir meine Stiefel an, machte mir einen schönen Tag, und sprach so für mich hin: “Was soll´s.” Ich sah den Tag mit blinzelnden Augen an, der Tag sah mich mit blinzelden Augen an. “Da kann ja heute nichts schief gehen”, ging mir mit leiser Hoffnung durch den Kopf.

Zu meinem Erstaunen stellte ich fest, dass der Tag ziemlich ungeschminkt aus seiner Wäsche lukte. Ich erkannte sein wahres Gesicht. Daraufhin nahm ich einen anderen Weg als üblich, um eventuellen Fallen von vorn herein ausweichen zu können. Ein alter Trick, klappt aber irgendwie immer. Bis auf heute.

An nichts Böses denkend, stellte sich urplötzlich die Schminke in den Weg. Mit einem eleganten Satz übersprang ich diese bunte Mischung aus Bosheit und Schamlosigkeit. Leider brach ich mir bei dieser artistischen Einlage meinen rechten Fuß. Der schleifte nun wütend ob seiner Nichtbeachtung etwas lästig hinterher, was mich beim Gehen außerordentlich störte. Kurzerhand schnitt ich den Rest ab, und setzte trotzig und einbeinig meinen einmal eingeschlagenen Pfad fort. Was sollte jetzt noch geschehen?

Da kam mir Marie mit einem funkelnagelneuen Roller und hoher Geschwindigkeit entgegen. Als sie mich sah, fand sie die Bremse nicht sofort, und machte eine üble Bauchlandung gleich neben die Mülltonnen. “Na, das ist ja ein Tag ..”

Ich selbst hatte heute meinen Gleichgültigen. Nichts sollte mich heute noch aus der Reserve locken, ging in die Kneipe und ließ mich laufen. Als das Maß auf voll zeigte, ging ich hinaus um nachzusehen, was meine Verunfallte wieder anstellte. Als Marie mich sah, kam sie schnauffend wie ein zorniger Stier direkt auf ich zu. “Holla!” dachte ich, da ist aber jemand sauer.

Sie verlangte Genugtuung von mir. Dabei dachte ich immer, ich hätte genug getan. Ich ließ mich nicht darauf ein, und ging wortlos meiner Wege. Mit anderen Worten, ich ließ sie mit unverrichteten Dingen zurück, die, wie sich später herausstellen sollte, gar nicht unverrichtet waren.
Ich kam um die Genugtuung nicht herum. Aufgrund meines doch erheblichen Alkoholkonsums funktionierte meine Denke nicht so, wie ich es normalerweise von ihr gewöhnt war, und mit dieser Situation doch völlig überfordert. Außerdem machte mir mein rechter Fuß doch mehr Probleme, als mir lieb war.

Als ich nach Hause kam, versuchte sich Marie an einem Abendessen. Jedenfalls nannte sie es so. Die Küche war völlig in Nebelschwaden eingehüllt. London war besser zu erkennen. Wie sich herausstellte, machte der alte Wasserkocher wieder zicken. Er will uns ständig beweisen, wie gut er noch Wasser kochen kann. “Wir Alten schieben das schon!” war einer seiner Lieblingssprüche.

Ich machte mich wieder auf meinen Socken, steckte ein paar Zündkerzen an, um wenigsten etwas zu sehen. Irgendwie wusste ich nicht, was ich tun sollte. Mit der rosa Brille kam meine Software auch nicht so richtig in Schwung. Letztlich ließ ich den Tag Tag sein, und verschob alles weitere auf den morgigen Tag.

Jürgen Rüdiger Krenzien, 1985

das leinöl

15. Februar 2011
By

Eine kleine Geschichte über die Schönheit

Loop unbeobachtet

Loop unbeobachtet

Das Leinöl

Nach dem Frühstück ging ich wieder in mein Atelier, und begann mit der Arbeit. Wie immer war das Atelier sehr wohl geordnet, die Leinwand hatte sich schon fertig aufgespannt, und die Pinsel und Farben kamen mir schon mit leuchtenden Lichter entgegen.

Marie hatte gestern noch die Punkte und Linien fein und säuberlich gesäubert, damit alles heute morgen zum Wohle aller angerichtet war, um die Welt zu malen.

Die Farbe hatte sich von unserem letzten Inferno ausreichend erholt, und lächelte mich freundlich und viel versprechend an. Ich nahm meinen gewohnten Platz ein und wartete, bis Marie erschien. Sie war für mich die Welt, die ich bannen wollte.

Marie erschien in einem langen satinierend aussehenden Kleid, welches an der Seite einen langen Schlitz bis zur Hüfte hatte. Mein altes Auto wurde von ihr wohl behütet abgeliefert. Sie sagte mir, dass der Wagen noch ins Museum wolle, und sie später abholen würde.

Ich begann mit der Bannung, die mir heute durch meine gut gelaunten Farben sehr erleichtert wurde. Im Nu war die Welt gebannt. Marie fühlte sich überglücklich. Man sah ihr die vergangenen Jahrhunderte nicht an. Sie war frisch wie der zu diesem Zeitpunkt noch junge Frühling, der uns heute eine milde Brise durch die Haare hauchte. Obwohl, ich muss gestehen, eher über meine Glatze mit den drei gräulichen Haaren. Trotzdem war es sehr angenehm.

Anschließend feierten wir alle ein rauschendes Fest. Der Wagen kam rechtzeitig zurück, feiert noch ein wenig mit, bis er uns ein wenig später etwas angeheitert sicher nach Hause kutschierte. Zu Hause angekommen, war alles beim Alten. Wir verschwanden dann auch gleich ohne viel Feder lesen ins gemütliche Bett.

Am nächsten Tag kam meine Galeere, um die noch etwas frisch gebannte Welt abzuholen. Wie immer hatte sie schon einen kunstinteressierten Käufer gefunden. Sie fand es wirklich gelungen, und schenkte uns zum Dank noch einen Becher Leinöl, damit, wie sie meinte, nach dem einen oder auch anderen Schluck Marie noch jünger aussehen konnte.

Ich übergab Marie den Becher. Sie freute sich riesig, und goss mir dabei ein paar Tropfen auf mein kahles Haupt. Und siehe da, es sprossen einige Sprossen aus der unendlichen Leere und Weite. Allerdings fand ich, dass mein Zuwachs auf dem Kopf eher wie Fenchel aussah.

Aber letztlich ließen wir uns davon nicht beirren. Wir pflückten ein paar Stängel, und kochten uns erst einmal den berühmten Tee. Auch unser Wagen bekam seinen Teil des köstlichen Getränks. Wir teilten immer alles, was teilbar war.

Die Zeit mit uns wurde immer schöner, und die Zeit selbst wurde auch immer schöner. Am morgen klingelte der Wecker sein fröhliches Liedchen zum Aufwachen. Wir speicherten alles, um den ganzen Trubel am anderen Tag noch einmal anzusehen.

Die Sonne war aus dem Urlaub zurück und schenkte uns ihre hellen, frischen Strahlen, gingen wieder schlafen und waren glücklich und zufrieden, bis zum nächsten morgen.

Jürgen Rüdiger Krenzien, 1985

Klima

Content Protected Using Blog Protector By: PcDrome.