wanderer zwischen den welten

Ein kurdischer Surrealist und ein amerikanischer Komponist im Nicolai Saal Potsdam.

Kunst und Philosophie, Musik und Malerei. Urkünste, welche uns Menschen nicht nur die Phantasie beflügeln und stimulieren, sondern unser Denken und Handeln im Wesentlichen beeinflussen; deren Genesis den meisten Konzert-und Ausstellungsbesuchern verborgen bleibt. Da ist die Grundlage des Projektes der beiden außergewöhnlichen Künstler Weddington und Mettini. Wie interessant muss es für einen kunstinteressierten Menschen sein, hinter die Kulissen der Entstehung zu schauen? Ja, den Ursprung sogar selbst zu erleben.
 
Kommt bei den Hörern und Betrachtern nicht die gleiche Neugierde auf, gleich einem Künstler, dessen tiefgründige Einsichten uns so viel Erstaunen versetzen?
 
Der Komponist Neuer Musik, Maurice Weddington und der Surrealistische Maler Zoro Mettini, wagen gemeinsam das Experiment, Ton und Bild in der Entstehung zu zeigen; einen Kleinen Einblick  in die Welt des Schaffens zu gewähren? 
 
Weddingtons eigenwillige Musik wird Zoro Mettini zeitgleich zur Musikalischen Darbietung im Beisein 
des Auditoriums  auf der Leinwand zu einem Skizzenhafen Eindruck in Form und Farbe malerisch begleiten. 
 
Mettini, der seine surrenden und phantastischen Bildwelten in seinem  Atelier nach Klassischer Musik malt und interpretiert, sich von den Großen der Musik wie Mahler, Strawinski und Schostakowitsch inspirieren lässt und der einen Stockhausen genauso als Quelle seiner Bilder begreift, wird zusammen mit Maurice Weddingtons atonaler Komposition den nicht trennbaren Zusammenhang künstlerischer Ausdrucksformen darstellen. 
 
Was bleibt am Ende des gemeinsamen Konzertes? Steht die Musik im Vordergrund? ist es das in sich abgeschlossene Bild am Ende der Vorführung,  welches den größten Eindruck hinterlässt? Oder zeigt uns gerade die von beide Künstlern gewählte Präsentationsform des gleichzeitigen Agierens auf der Bühne, dass beide augenscheinlich unterschiedliche Werkzeuge benutzen und dennoch den selben Ursprung besitzen. Und beweisen nicht Weddington und Mettini explizit damit, dass die Urkraft geschaffener Werke das Sichtbar machen globaler Strukturen bedeutet?
 
Die Künstler wissen um diese Gemeinsamkeit.
 
Darum ist es gerade jetzt an der Zeit, diese auch einem größeren Publikum zu Präsentieren. In einem Areal, in dem jedes Medium für sich alleine betrachtet und gehört wird, ist es besonders wichtig, die elementaren künstlerischen Gemeinsamkeiten zu zeigen, damit der Blick für Ganze nicht verloren geht.
 
Loop Dundee, Berlin